Bildungsstreik-Ffm
Auf dem Weg zum Bologna Gegengipfel in Wien
Einige Aktive aud FFM befinden sich auf dem Weg nach Wien zum Bologna-Gegengipfel.. Alle Neuigkeiten finden sich auf dem open blog von unsereuni.at oder hier.
Zur Zeit sind wir noch auf dem Weg mit kritische Studierenden aus Hessen und Saarland.
Gewalt als Mittel des universitären Diskurses
Offene Diskussion
zur Differenzierung eines diffusen und problematischen Gewaltbegriffs. Es soll darum gehen, in einem gleichberechtigten Gespräch zu den bildungspolitischen Hintergründen der universitären Auseinandersetzung zu gelangen.
Mittwoch, 17.03.2010 um 18 Uhr
im Kommunikationszentrum KoZ
des Studierendenhauses in Bockenheim, Mertonstr. 26-28,
Erklärung der Betroffenen
Liebe Leute,
nach zähen Diskussionen, angestrengten Nerven und mehreren Arbeitstreffen haben wir die beiden am Mittwoch diskutierten Erklärungen zu einer zusammengeführt. Wir hoffen und denken alle können sich darin wieder finden und ihr anschließen.
Zum weiteren Vorgehen: Bitte sendet möglichst schnell eine Email an „fuerdasrechtaufkritik@gmx.de“ mit folgenden Angaben: Name, Vorname, von Anzeige wegen Hausfriedensbruch betroffen ja/nein, Kontaktemailadresse, wenn ihr die Erklärung unterschreiben wollt.
Die Erklärung wird mit den Namen erst veröffentlicht, wenn das am Mittwoch beschlossene Quorum von 89 (mehr als die Hälfte) Menschen, die von der Anzeige betroffen sind, erreicht ist. Wenn Namen veröffentlicht werden, dann also mindestens 89 auf einmal, so dass niemand das Risiko hat, alleine dazustehen, und es auch keine Rolle spielt in welcher Reihenfolge die Namen reinkommen. Deswegen: möglichst schnell melden!
Bitte leitet dies an alle Betroffenen weiter, die ihr kennt und weist sie darauf hin, dass es wichtig ist, dass sie sich möglichst schnell melden. Es gibt keine Instanz, die sich um die Verbreitung der Info kümmert, außer uns allen.
Solidarität ist eine Waffe! Für das Recht auf Kritik: Zwangsunterschriften kollektiv verweigern!
Offener Brief: An den Präsidenten der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main,
Um diesen offenen Brief zu unterzeichnen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an: erklaerung-lehrender@gmx.de
Offener Brief
An den Präsidenten der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main,
Herrn Prof. Dr. Müller-Esterl
Verzicht auf Strafanträge gegen Lehrende und Studierende der Goethe-Universität
Sehr geehrter Herr Präsident,
am 2. Dezember 2009 befanden sich mehrere hundert Studierende und Lehrende im Casino-
Gebäude der Universität. Sie waren dort, weil sie an verschiedenen Veranstaltungen
teilgenommen haben, die sich mit der Analyse und Kritik des Bildungssystems beschäftigten.
Sie selbst – wie auch die Mehrheit der Professorinnen und Professoren bis heute – hielten
diesen „aktiven Bildungsstreik“ für sinnvoll.
(Erklärung als PDF herunterladen)
Sie haben dann wegen der Sachbeschädigungen das Casino am 2. Dezember 2009 durch die
Polizei räumen lassen. Ein Teil der Anwesenden wurde von der Polizei ohne Feststellung der
Personalien hinausgedrängt, während dies bei den in einem größeren Saal verbliebenen
Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Veranstaltung nicht geschah. Von diesen 176
Personen wurden die Personalien aufgenommen, bevor sie ebenfalls hinausgedrängt wurden.
Bei diesen Personen handelt es sich nicht um Kriminelle, Chaoten, Sachbeschädiger, noch
nicht einmal um „Hausfriedensbrecher“, sondern um ernsthaft am universitären Diskurs über
aktuelle Entwicklungen im Bildungssystem Interessierte. Sie mögen anderer Ansicht sein,
aber Sie selbst gehen in einer Erklärung vom 28. Januar davon aus, dass ein Großteil der
Betroffenen an Sachbeschädigungen nicht teilgenommen hat. Dennoch drohen Sie den 176
Personen mit einem Strafantrag, obwohl es offensichtlich ist, dass Sie zwischen den einen und
den anderen nicht justiziabel unterscheiden können.
Ohne dass es dazu Ihres Hinweises bedarf, erklären wir, dass die Schäden, die im Casino-
Gebäude entstanden sind, dem Anliegen aller, die an einem universitätsöffentlichen kritischen
Diskurs über unser Bildungssystem interessiert sind, widersprechen. Unabhängig davon
müssen die Strafanträge in Bezug auf die von Ihnen unterstellten Straftaten jedoch ins Leere
laufen.
Auch der Senat der Universität hat Ihnen schon am 16. Dezember 2009 und erneut am 27.
Januar 2010 empfohlen, die Strafanträge zurückzuziehen. Leider konnten Sie bis jetzt dieser
Empfehlung nicht folgen, ohne sie an eine Unterwerfungsgeste zu knüpfen: Sie wollen, dass
die 176 eine Gewaltverzichtserklärung unterschreiben. Dadurch allerdings wird die
Teilnahme an einer universitären Lehrveranstaltung weiterhin mit dem Vorwurf des
Hausfriedensbruchs in Verbindung gebracht.
Wir bitten Sie, den Verzicht auf Strafanträge nicht an ein Junktim zu knüpfen. Erstens hätte
eine solche Erklärung ohnehin keinen Wert, weil sie unter dem Verdacht stünde, lediglich aus
opportunistischen Gründen abgegeben worden zu sein; zweitens unterstellen Sie diesen 176
Personen eine heimliche Gewaltbereitschaft, ohne dies belegen zu können.
Wir fordern Sie daher zum Verzicht auf Strafanträge ohne Vorbedingung auf.
Um diesen offenen Brief zu unterzeichnen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an: erklaerung-lehrender@gmx.de
ErstunterzeichnerInnen:
Veit Bachmann
Dr. Marcus Balzereit
Christoph Bauer Jun.
Prof. Dr. Bernd Belina
Dr. Eckhard Beneke
Dr. Thorsten Benkel
Robert Bernhardt
Katharina Böhm
Dr. Rainer Brähler
Dr. Sabrina Brancato
Prof. Dr. Gisbert Broggini
Dr. Barbara Broggini
Dr. Oliver Brüchert
Prof. Dr. Micha Brumlik
Felix Buchhaupt
Dr. Sonja Buckel
Julia Christ
Simone Claar
Dr. Markus Dauss
Prof. Dr. Alex Demirovic
́Verena Diel
Dr. Sabine Dörry
Dr. Andreas Eis
Dr. Gisela Engel
Dr. Henning Engelke
Prof. Dr. Josef Esser Stefica Fiolic
Helga Förster
Bodo Hahn-Dehm
Juliane Hammermeister
Christine Hartwig-Thürmer
Prof. Dr. Jürgen Hasse
Prof. Dr. Susanne Heeg
Martina Hehn-Oldiges
Sylvia Heitz
Tobias Helms
Felicia Herrschaft
David Hester
Dr. Mechthild
Hetzel
Katja Heuser
Bernd Heyl
Elda Hinterholz-Karaalp
Prof. Dr. Joachim Hirsch
Johanna Hoerning
Matthias Hofferberth
Rahel Hoffmann
Cornelis Horlacher
Prof. Dr. Axel Honneth
Dr. Stefanie Hürtgen
Julia JancsoProf.
Dr. Dieter Katzenbach
Dr. Agnes Korn
Dr. habil. Silvia Krömmelbein
Dr. Antje Langer
Dr. Romana Lenz
Prof. Dr. Katharina Liebsch
Prof. Dr. Burkhardt Lindner
Daniel Loick
Sarah Lütje
Prof. Dr. Dr. Dieter Mans
Ulrike Manz
Dr. Dirk Martin
Susanne Martin
Dr. Nadine Marquardt
Prof. Dr. Valentin Merkelbach
Dr. Kathrin Müller
Dr. Marta Muñoz-Aunión
Prof. Dr. Volker Nitzschke
Eva Nöthen
Prof. Dr. Frank Nonnenmacher
Eberhard Nowak
Heinz-Georg Ortmanns
PD Dr. phil. habil. Benjamin Ortmeyer
Marion Ott
Prof. Dr. Regine Prange
Anke Prochnau
Dr. Nadja Rakowitz
Dr. des. Alexandra Rau
Dr. Wolfgang Rauch
Sandra Reitz
Sophia Richter
Wolfgang Richter-Girard
Prof. Dr. Jürgen Ritsert
Prof. Dr. Marianne Rodenstein
Margit Rodrian Pfennig
Dr. Gabriele Rohowski
Elvira Rosert
Dr. Marit Rosol
Maria Roth
Dr. Alexander Ruhl
Prof. Dr. Uta Ruppert
Dr. Eva Sänger Sebastian Schipper
Dr. Oliver Schmidtke
Irmtraud Schnell
Verena Schreiber
Dr. Martin Schuhmann
Christian Schwedes
Prof. Dr. Dieter Seitz
Andrea Siewert-Kölle
Claudia Sontowski
Titus Stahl
Elina Stock
Patricia Stosic
Katrin Ströbel
Linda Supik
Dennis Tomfort
Gerlinde Uphoff
Rolf Voigt
Robert Wallauer
Dr. Frank Wendler
Dr. Bernd Werse
Dr. Stefan Weyers
Dr. Iris Wien
Prof. Dr. Ulla Wischermann
Dr. Jens Wissel
Dr. Claudia Wucherpfennig
Workshop-Programm zum Themenblock “Materialistische Analyse von Bildung und Wissenschaft II”
18 Uhr Wissenschaft zwischen Autonomie und Staat KoZ
Alex Demirovic
Eine realistischer Versuch, die aktuelle Situation an den institutionalisierten Orten der Wissensproduktion zu analysieren, wird sich kaum an der Mär von Humboldts freischwebender Intelligenz aufhalten. Wissensproduktion war seit jeher in die gesellschaftliche (Re-)Produktion eingebunden. Eines der zentralen Schlagworte mit denen die Transformation der Hochschulen in den letzten Jahren diskursiv durchgesetzt wurde, lautet „Autonomie“. Die Reaktion vieler Kritiker_innen darauf läuft häufig im Ruf nach „mehr Staat“ zusammen. Dabei ist es gerade staatliche Politik, die in der Neuorganisation der Hochschulen als Produktionsstätte der in der Weltmarktkonkurrenz immer wichtiger werdenden Ressource „Bildung“ umgesetzt wird. Es soll versucht werden, diese Problemstellung insbesondere aus Perspektive emanzipatorisch ausgerichteter Wissenschaft näher zu fokussieren.
20:00 Uhr Das Haus der 1000 Zimmer ivi, Kettenhofweg 130,
(Dokumentarfilm, Hr 2001, Regie: Yvonne Menne). der Film erzählt die Geschichte des IG-Farben Hauses: von der tragenden Rolle der IG-Farben im Nationalsozialismus über den Einzug der amerikanischen Armee bis zur universitären Nutzung.
18:00 Uhr Studieren nach Auschwitz IG-Farben Haus, Treffpunkt Foyer
Unkonstruktive Bemerkungen zum schönsten Campus Deutschlands aus erinnerungspolitischer Sicht.
20:00 Uhr Das CHE. Das Propagandainstitut für Hochschulpolitik à la Bertelsmann
Jonathan
Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ist eine der treibenden Kräfte hinter der hinter der Ausrichtung der Hochschulpolitik an scheinbaren Sachzwängen und ökonomischen Vorstellungen.. Es trug dazu bei, dass zentrale ideologische Argumente Verbreitung fanden, und und beeinflusst mit Instrumenten wie dem CHE-Hochschulranking die Hochschulentwicklung.. Im Workshop soll untersucht werden, für was das CHE programmatisch steht, wie es diese Ideologie untermauert und verbreitet, und wie “gefährlich” es politisch einzuschätzen ist. Im Rahmen unseres Blocks “Materialistische Analyse von Bildung und Wissenschaft” soll der Workshop verdeutlichen, dass Politik nicht nur vom Staat gemacht wird, sondern von vielen gesellschaftlichen Akteuren.
Herzlichen Dank an AStA Uni Wiebaden für die Unterstützung
WIE IMMER: BITTE BRINGT NACH MÖGLICHKEIT ETWAS FÜR DEN SELBSTORGANISIERTEN BRÖTCHENTISCH (AUFSTRICH, OBST, ETC.) MIT. GETRÄNKEVERKAUF WIRD ANGEBOTEN.
12:00 Uhr Elite und Exzellenz Oliver Brüchert
“Die Bildungspolitik strebt wieder verstärkt nach Elite und Exzellenz, gleichzeitig tendieren die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen immer stärker zur Prekarisierung. Der Workshop beschäftigt sich mit den Rekrutierungsmechanismen der neuen akademischen Elite und mit den Folgen der Herausbildung einer akademischen Mehr-Klassen-Gesellschaft.
14:00 Uhr Probleme der Theorie und Praxis der emanzipatorischen Bildung zwischen politischer Ökonomie und Ideologiekritik Benjamin Ortmeyer
Dass es einem Widerspruch, einen tief sitzenden “Widerspruch zwischen Bildung und Herrschaft” gibt, ist seit dem gleichnamigen großen Werk von Heydorn eine gewichtige Hypothese. Dass Bildung der Eliten sich ausbreitet auf Bildung “der da unten” ist einerseits eine ökonomisch zwingende Grundentwicklung mit einer Reihe von zu betrachtenden Brüchen. Andererseits ist die aufklärerische Potenz einer zunehmend vor allem technischen (Aus-)Bildung mit ihren Anteilen an Logik und Kausalität kein Automatismus. Dieses Potential wird mehr als nur in Schach gehalten durch die systematische Entwicklung von Mechanismen der ideologischen Herrschaftssicherung über Militär und Polizei hinaus: Manipulation und Psychotechniken, Ideologiefabriken bis hin zu gesteuerten Diskursen der Gesellschaft bilden eine komplexe Einheit, die jedoch nicht übermächtig ist. Bildung steht also im Spannungsfeld zwischen nicht nur der Ökonomie, sondern der politischen Ökonomie einerseits und der notwendigen Ideologiekritik anderseits. Theorie und Bildung im Kontext von widerständiger Praxis bietet Überraschendes und Planvolles: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!
16:00 Uhr Wissenschaft und Emanzipation – Begriffsbildung einer kritischen Theorie Wolfram Pfreundschuh
Indem Wissenschaft lediglich Fakten assoziert und verallgemeinert, verfolgt sie blind die allgemeine Notwendigkeit, den Fortbestand der bestehenden Verhältnisse zu sichern. Kritische Theorie hinterfragt solche natürlich scheinende Wirklichkeit und geht von einem erkennenden Subjekt aus, das sich seiner Welt gewiss werden muss, weil diese seine Selbstgewissheit enteignet, ihm als objektive Macht begegnet, subjektiv Entfremdung betreibt. In diesem Workshop geht es um die kritische Begriffsbildung einer emanzipatorischen Wissenschaft. Am Beispiel des Wertbegriffs im “Kapital“ von Karl Marx wird eine Wissenschaftlichkeit vorgestellt, deren grundlegende Implikation eine praktische Position der Emanzipation der Menschen vom Kapitalismus ist.
Text zur Vorbereitung: www.kulturkritik.net/kultur/wissenschaft/index1.html
Herlichen Dank an bpm (bündnis für politik- und meinungsfreiheit) für die Unterstützung
18:00 Uhr Abschlussdiskussion
Nach einem anregenden und produktiven Workshoptag treffen wir uns gemeinsam, um Ergebnisse zusammenzutragen und offene Fragen zu diskutieren.
Liebesgrüße aus dem Präsidium
Am Donnerstag den 04.02.2010 sind die ersten Briefe per Einschreiben bei den Betroffenen der Casino Räumung eingegangen. Auf der letzten Besprechung, bei der ungefähr die Hälfte der Betroffenen anwesend war, wurde ein weiteres Treffen in Beisein einer Juristin vereinbart.
Diese findet am Mittwoch den 10.02.2010 um 19:30 im KoZ statt.
Wir raten dazu, weder zu unterschreiben, noch beim Präsidium vorstellig zu werden.
Stattdessen ist es sehr wichtig, sich zuerst gemeinsam über die juristischen Konsequenzen zu verständigen und ein mögliches weiteres Vorgehen mit ALLEN zu besprechen.
Treffen der Betroffenen der Casino Räumung Mittwoch 10.02
Heute morgen sind die ersten Briefe per Einschreiben bei den Betroffenen der Casino Räumung eingegangen. Auf der letzten Besprechung, bei der ungefähr die Hälfte der Betroffenen anwesend war, wurde ein weiteres Treffen in Beisein einer Juristin vereinbart.
Diese findet am Mittwoch den 10.02.2010 um 19:30 im KoZ statt.
Wir raten dazu, weder zu unterschreiben, noch beim Präsidium vorstellig zu werden.
Stattdessen ist es sehr wichtig, sich zuerst gemeinsam über die juristischen Konsequenzen zu verständigen und ein mögliches weiteres Vorgehen mit allen zu besprechen.
Workshop-Programm zum Themenblock „Materialistische Analyse von Bildung und Wissenschaft I“
Vortrag und Diskussion
Die SDS-Hochschuldenkschrift von 1961. Hintergründe, Inhalte und Aktualität
Referent: Wolfgang Nitsch (Mitherausgeber der Schrift)
1961 publizierte der SDS die sogenannte „Hochschuldenkschrift“, in der eine umfangreiche Analyse der damaligen Hochschule vorgenommen wurde und Entwicklungsziele und -möglichkeiten für eine demokratische Hochschule formuliert wurden. Die Hochschuldenkschrift nahm wichtige Argumente der 68er-Bewegung vorweg und spielte eine hervorragende Rolle in der damaligen Hochschuldiskussion. Im Vortrag soll es um die Motive hinter der SDS-Hochschuldenkschrift und die Inhalte ihrer Analyse gehen. Außerdem soll überlegt werden, inwiefern an die damals vertretenen Positionen angeknüpft werden kann, und was im Vergleich zu damals in der heutigen Situation notwendig wäre. Der Referent Wolfgang Nitsch hat die Schrift mit herausgegeben.
Text zur Vorbereitung:
Kapitel 3 Auszug http://www.glasnost.de/hist/apo/hochschulreform.html
Kapitel 6 Auszug http://www.glasnost.de/hist/apo/hochschulreform2.html
Hochschule in der Demokratie – Demokratie in der Hochschule: Zwischenbilanz eines uneingelösten Vermächtnisses http://www2.bdwi.de/uploads/nitsch_langfassung.pdf
Herzlichen Dank an das bündnis für politik- und meinungsfreiheit (pm-buendnis.de) für die Unterstützung
WIE IMMER: BITTE BRINGT NACH MÖGLICHKEIT ETWAS FÜR DEN SELBSTORGANISIERTEN BRÖTCHENTISCH (AUFSTRICH, OBST, ETC.) MIT. GETRÄNKEVERKAUF WIRD ANGEBOTEN.
12.00 Uhr Umstrukturierung der Hochschule
In den Protesten um (Hochschul-)Bildung geht es immer wieder darum, die Ökonomisierung von Bildung anzuklagen. Es empfiehlt sich genauer zu fragen, was unter dieser Diagnose zu verstehen ist. Im Rahmen des Workshops sollen vor dem Hintergrund der Thesen von Michel Foucault zur Machtausübung im Neoliberalismus die Hochschulreformen der letzten Jahre betrachtet werden.“
14.00 Uhr Einführung in die Grundlagen materialistischer Staatstheorie
Im Zentrum des Workshops soll die Frage stehen: was ist der Staat? Eine Auseinandersetzung mit dieser Frage verspricht gerade im Kontext einer Bildungskritik relevante Einsichten, denn bei (Hoch-)Schulen handelt es sich nicht schlicht um Bildungsinstitutionen, sondern um Staatsapparate. Die Form und Funktionsweise von (Hoch-)Schulen sowie ihre Transformation sind daher auch in Hinblick auf Form, Funktionsweise und Transformation des kapitalistischen Staats zu analysieren und zu kritisieren. Vor diesem Hintergrund sollen in dem Workshop die Grundannahmen materialistischer Staatstheorie vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.
16.00 Uhr Bildung und Wissenschaft im Kapitalismus
Gegen die als „Ökonomisierung“ wahrgenommenen Veränderungen der Hochschule wurde in der Geschichte immer wieder die Forderung nach Unabhängigkeit, nach selbstbestimmter Bildung und Freiheit der Wissenschaft erhoben. Die Analyse von Bildung und Wissenschaft zeigt, dass dies ihrer realen Gesellschaftlichkeit widerspricht, die nicht weg zu reformieren ist. Im Referat sollen die Funktionen von Bildung und Wissenschaft für die Mehrwertproduktion und für die Reproduktion von Herrschaftsverhältnissen analysiert werden, es soll erklärt werden, warum Bildung und Wissenschaft staatlich organisiert sind, aber auch nach ihren Widersprüchen und ihrer kulturellen Bedeutung gefragt werden.
18.00 Uhr Abschlussdiskussion
Nach einem anregenden und produktiven Workshoptag treffen wir uns gemeinsam, um Ergebnisse zusammenzutragen und offene Fragen zu diskutieren.
http://norbertwollheimuniversitaet.blogsport.de/
“die uni gehört allen” bundesweite demo am 30.01. (aufruf, anfahrt, pennplätze, route, infos)
- Meldet euch, wenn ihr Probleme bei der Anreise bekommt. Der EA ist ab Samstag morgen besetzt.
- Das ist die EA Nummer, die während der Demo aktiv ist. Meldet euch, falls ihr festgenommen worden seid, wenn ihr mitbekommt das jemand verhaftet wurde. Letzte Infos & EA Flyer, sowie Infos vom Lauti auch auf der Demo.
die uni gehört allen
Die Ausrichtung aller Lebensbereiche auf ihre Verwertbarkeit verschärft sich. Flankiert wird diese Entwicklung durch autoritäre Maßnahmen und die Kriminalisierung sozialer Widerstände. Stechuhren, Hartz IV, Ausbildungsplatzmangel, Exzellenzinitiativen, Selektion an Schulen und Hochschulen, Abschiebungen und „blue cards“ nur für „hochqualifizierte“ Migrant_innen, all das sind nur einige Kennzeichen einer ausgrenzenden Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern ihre Verwertbarkeit im Mittelpunkt steht.
Die Frankfurter Stiftungsuniversität kann hierfür als eine der Pioniere gelten. Studierende besetzten dort Ende November eines der Gebäude der Goethe-Uni, das regelmäßig an Konzerne vermietet wird. Sie wollten dort Raum und Zeit für eine kritische Auseinandersetzung schaffen. Am 02.12.2009 wurde dieser studentische Protest gewaltsam durch die Polizei beendet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand an der Frankfurter Universität: Kritischen Studierenden drohen die Zwangsexmatrikulation und Strafverfahren, immer wieder patrouilliert Polizei auf dem Campus und der Universitätsbetrieb wurde mehrfach durch Aussperrungen lahm gelegt.
Auch in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommt es immer öfter zu sozialen Konflikten. Arbeiter_innen, Azubis, Schüler_innen, Studierende, von Abschiebung Bedrohte, Erwerbslose und andere gehen auf die Straße. Dabei verweisen all diese Proteste auf die Möglichkeit einer gemeinsame Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Menschen zu richten, nicht nach Profitinteressen. Die Organisierung der Gesellschaft muss von den Menschen selbst bestimmt sein. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen.
Statt den kürzenden, ausschließenden, überwachenden Staat um Hilfe anzurufen, müssen wir gemeinsam auf die Straße gehen und dafür kämpfen, dass die Schule unsere Schule, die Uni die Uni aller, die gesellschaftliche Produktion nach den Bedürfnissen aller – das Leben ein selbstbestimmtes Leben sein soll. Die Uni gehört Allen! Für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben! Unser Leben in unsere Hände! Für die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!
3.) Anfahrt- Es gibt ein Wiki mit einer Mitfahrbörse und Infos, wie ihr am Samstag nach Frankfurt kommt! Diese findet ihr unter diesem Link!
- Folgende Mitfahrgelegenheiten sind uns bekannt:
Wiebaden: Treffpunkt: 12.45 Uhr Wi Hbf, Gleis 4
Fulda: Treffpunkt in Fulda für eine gemeinsame Zugfahrt ist 10:45 Uhr am Gleis 1.
Sachsen:Leipzig: Treffpunkt für den Bus ist HbF Ostseite um ca. 7.30 Uhr
Bayern:München: 5:45h fährt ein Bus vor dem Gewerkschaftshaus in der Schanthalerstr. 64. #
Kostet 20 Euro pro P. / Gewerkschaftsmitglieder fahren kostenfrei nach Frankfurt.
Aschaffenburg:Treffpunkt 11.10 Uhr Abfahrt 11.43 (Gleis (7,40€ Wochenendticket)
Augsburg:Treffpunkt 7.00 Uhr Yormas/Hauptbahnhof (7,40€ Wochenendticket).
Coburg:Treffpunkt 8.12 Uhr Abfahrt: 8.35 Uhr (Gleis 4) (7,40€ Wochenendticket).
Nürnberg:Treffpunkt: 8.00 Uhr Infopoint im Hauptbahnhof (7,40€ Wochenendticket).
Würzburg:Treffpunk 10.10. Hauptbahnhof Abfahrt 10.35 Uhr (Gleis 9) (7,40€ Wochenendticket).
Weitere Infos aus Bayern unter nuernberg-brennt.de
Baden-Württemberg:
Freiburg: In Freiburg wir eine gemeinsame Zugfahrt organisiert:
Freiburg Hbf ab 09:03 Gleis 2
Offenburg ab 10:02 Gleis 6
Karlsruhe Hbf ab 11:25 Gleis 3
Mannheim Hbf ab 12:38 Gleis 7
Stuttgart: Hbf Gleis 5, Treffpunkt um 8.30h
Rheinland-Pfalz:Kaiserslautern: Abfahrt 10:32 auf Gleis 2 -> Bad Münster am Stein – Ankunft 11:24 auf Gleis 1
Bad Münster am Stein: Abfahrt 11:28 auf Gleis 2 -> Bad Kreuznach – Ankunft 11:32 auf Gleis 5
Bad Kreuznach: Mainz – Ankunft 12:04 auf Gleis 8
Mainz: Abfahrt 12:04 auf Gleis 5 -> *Frankfurt am Main* – Ankunft 13:13 auf Gleis 4a
Niedersachsen:Braunschweig: AStA der TU Braunschweig stellt einen Bus. Unkostenbeitrag 5 Euro.Treffpunkt 8.30 Uhr in der Pockelstraße am Naturhistorischen Museum.Tickets beim AStA der TU Braunschweig.
Göttingen: Der Bus aus Braunschweig ist ca. 9.45Uhr in Göttingen. Der Zustiegspunkt wird noch veröffentlicht.
Hannover: Der AStA der Uni Hannover und der AStA der Uni Hildesheim stellen zusammen
einen Bus. Treffen am 30.1. um 7.50 Uhr auf dem Parkplatz vor der Hauptuni in
Hannover. Der Bus fährt dann über Hildesheim. Tickets gibt es in den beiden ASten
und im UJZ Kornstraße in Hannover.
Saarbrücken: Treffpunkt: 10:35 Abfahrt 10:52
Neunkirchen: Treffpunkt: 10:55 Abfahrt 11:08
St.Wendel: Treffpunkt: 11:00 Abfahrt 11:21
Idar-Oberstein: Treffpunkt: 11:35 Abfahrt 11:52
Köln: Mail an antifa-ak-koeln(at)web.de, busffm(at)hotmail.de oder im AStA Laden (Universitätstr. 16) ein Ticket erwerben.
Weitere Infos zur Anreise aus Köln gibt es hier.
Bochum: Zugtreffpunkt, 9.15Uhr, HBF. weitere Infos hier.
4.) SchlafplätzeGibt es in Frankfurt genügend. Das Studierendenhaus bietet genügend Platz. Bringt einen Schlafsack mit! Bitte meldet euch vorher, wie viele Leute kommen!!!
5.) RouteBockenheimer Warte (Universität) – Bockenheimer Landstraße – Taunusanlage – Junghofstraße – Neue Mainzer Str. – Große Gallusstraße – Rossmarkt – Börsenstraße – Taubenstraße – Eschersheimer Landstraße – Bremer Straße – Reuter Weg – Bockenheimer Landstraße zurück zur Ausgangsörtlichkeit Bockenheimer Warte (Uni).
Bologna … und jetzt?!
In ganz Europa protestieren Student_innen gegen die Studienbedingungen an den Hochschulen und die Neubestimmung von Hochschulbildung, die im Rahmen des Bologna-Prozesses umgesetzt wurden. Auf einmal passiert das, womit protestierende Student_innen nicht gerechnet hätten: Von allen Seiten wird zugestimmt, dass es Handlungsbedarf gebe. Die Kultusministerkonferenz (KMK) lässt verlautbaren, dass die »ländergemeinsamen Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Master-Studiengängen« überarbeitet werden müssten. Bundesbildungsministerin Annette Schavan hält eine Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses für geboten.
Die KMK veröffentlicht eine ganze Liste von notwendigen Verbesserungen. Von der Studierbarkeit über die Wissenschaftlichkeit bis hin zur Anerkennung müssten fast alle Neuerungen überarbeitet werden, die im Rahmen der neuen Studienstruktur eingeführt wurden. Annette Schavan äußert sich moderater und will die Erfolge betont wissen. Darüber hinaus stellt sie fest, dass niemand die Bologna-Reform abschaffen wolle.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob dem wirklich so ist. Ist die Bologna-Reform noch zu retten? Muss der Schritt zurück gefordert werden? Oder ist es sogar notwendig der alles umwälzenden Bologna-Reform eine weitere grundlegende Erneuerung des Hochschulsystems folgen zu lassen? Um diese Fragen beantworten zu können, ist es notwendig sich darüber im Klaren zu sein, was es eigentlich bedeutet vom Bologna-Prozess zu sprechen. Wie sieht die konkrete Umsetzung in den Hochsch ulen aus? Geht es dabei ›nur‹ um eine Erneuerung der Studienstruktur oder müssen die Bologna-Reformen im Zusammenhang mit anderen Veränderungen betrachtet und diskutiert werden? Welche Rolle spielt bspw. die Zentralisierung der Verwaltungsstrukturen innerhalb der Hochschulen? Welche Folgen hat die Verschulung des Studiums für Wissenschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft?
Die Fachschaft Gesellschaftswissenschaften lädt ein, um diese Fragen zu diskutieren. Eingeladen sind dazu Kendra Briken (Wissenschaftliche Assistentin), Martin Schuhmann (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, stellv. Mitglied des Senats der Goethe-Universität), Tanja Brühl (Professorin am FB Gesellschaftswissenschaften, amtierende Studiendekanin) und Gerd Köhler (Mitglied des Hochschulrats der Goethe-Universität). Geplant ist keine klassische Podiumsdiskussion, vielmehr sollen alle Interessierten die Inhalte der Veranstaltung mitgestalten.
26. Januar 2010
19:30 Uhr
Kommunikationszentrum (KoZ) im Studierendenhaus
Campus Bockenheim
Veranstaltungsreihe im IVI
Wir weisen auf die Veranstaltungsreihe: verwalten, vergessen, verdrängen.
Veranstaltungsreihe zu Architektur und Geschichte im Rahmen der Dialektik-Offensive 2010 hin.
Weitere Infos findet ihr hier.
Workshop-Programm zum Themenblock „Campus-Kultur und Gesellschaft“
Donnerstag, 21.01.2010, 18.00 Uhr, Foyer im IG-Farbenhaus
Vortrag und Diskussion:
Spektakel und Studentenmilieu
Situationistische Aktion und der Bildungsstreik
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts verdichtet sich, so der Situationist
Debord, die kapitalistische Entfremdung immer mehr zu einer ungeheuren
Sammlung von Bildern, die eine gleißende Positivität des Lebens
vorgaukeln. Im Spektakel besetzt und unterjocht der Kapitalismus die
Menschen in ihrem Denken und Fühlen, in ihrer Kultur. Eben so leben die
Studierenden in dem falschen Stolz, am Tempel der Wahrheit und des
Geistes teilzuhaben, trotz des „Elends im Studentenmilieu“ (Text der
Situationistischen Internationale von 1967), das insgesamt nur eine
Einführungsgesellschaft für die Ausbeutung ist und miserable
Lebensbedingungen aufweist.
Hiergegen ist es nötig, so die Theorie der S.I., Situationen zu
konstruieren, die etwas Anderes als möglich erscheinen lassen, das
Andere im Jetzt aufzubauen. Wurde das durch die Streikaktionen möglich?
Haben die Besetzungen an den Unis den Charakter dieses „Anderen“ gehabt?
Haben sie eine Situation konstruiert?
FREITAG, 22.01.2010, AB 12.00 UHR, STUDIERENDENHAUS CAMPUS BOCKENHEIM
WIE IMMER: BITTE BRINGT NACH MÖGLICHKEIT ETWAS FÜR DEN SELBSTORGANISIERTEN BRÖTCHENTISCH (AUFSTRICH, OBST, ETC.) MIT. GETRÄNKEVERKAUF WIRD ANGEBOTEN.
AUSSERDEM WIRD DIE AUSSTELLUNG „Studierendenhaus seit 1949“ IM STUDIERENDENHAUS ZU SEHEN SEIN.
10.00 UHR PIMP MY CAMPUS – EINE KRITISCHE BETRACHTUNG DES GEPLANTEN STUDIERENDENHAUSES
2010 wird die Entscheidung bringen, wie das neue Studierendenhaus aussehen wird.
Wir wollen da ein Wort mitreden. Denn wir wollen kein Studierendenhaus im Stile des House of Finanz/Hörsaalzentrum/Casinoanbau.
Zurzeit wird man studentische Freiräume auf dem Norbert Wollheim Campus vergeblich suchen. Weit und Breit von studentischer Selbstverwaltung keine Spur. Wir begeben uns in dem Workshop auf die Suche nach Räumen, die unter Umständen für ein temporäres Studierendenhaus geeignet sind.
12.00 UHR ZUR HERRSCHAFT DER WEISSEN WAND
Über den Zusammenhang von Herrschaft und Sauberkeit am neuen Campus. Ex-Ex-Uni-Präsident Meißner begründete seine Initiative zur Umbenennung des I.G.-Farbenhauses in „Poelzig-Ensemble“ explizit mit einer „Reinwaschung von nationalsozialistischen Bezügen“ (Meißner).
14.00 UHR STUDIERENDENHAUS
Der Film „Insellage“ wird gezeigt, der das Studierendenhaus durch die Jahrzehnte begleitet. Im Anschluss werden Auszüge aus der Eröffnungsrede von M.Horkheimer vorgestellt und diskutiert.
16.00 UHR CAMPUS UND SICHERHEIT
Sicherheitsdienste und Überwachungskameras auf Campi sind eine Neuerung der letzten Jahre. Im Zuge des Sicherheitsdiskurses hat sich vieles auf dem Campus verändert. Das Verhältnis von Campus-Kultur und >>Sicherheit< < soll diskutiert werden.
16.00 UHR VERNETZUNG VON BILDUNGS- UND ANDEREN SOZIALEPROTESTEN / PROBLEME DER BÜNDNISPOLITIK
In diesem Workshop wollen wir diskutieren, welche Möglichkeiten es gibt, die Proteste an der Universität mit anderen Protestbewegungen zu vernetzen. Wir gehen davon aus, dass die jeweiligen Bewegungen mehr erreichen können, wenn sie sich verbünden. Wir wollen auch diskutieren, welche spezifischen Schwierigkeiten und Herausforderungen Bündnispolitik mit sich bringt.
18.00 UHR ABSCHLUSSDISKUSSION
Nach einem interessanten und produktiven Workshoptag wollen wir uns alle gemeinsam treffen und unsere Fragen und Ergebnisse zusammentragen.
19.00 UHR PAUSE
20.00 UHR FERDINAND KRAMER: DEMOKRATISCHE ARCHITEKTUR UND SOZIALER GEBRAUCHSWERT
Ferdinand Kramer hat von 1952 bis 1965 insgesamt 23 Gebäude für die Frankfurter Universität gebaut. Mit dem Umzug der Uni werden sämtliche Gebäude Kramers dem Abriss preisgegeben. Anlass zur Diskussion um einen Architekten dessen erste Ausstellung in Frankfurt,1938 unter dem Motto „Entartete Kunst“ stattfand
Achtung: Veranstaltung findet im Institut für vergleichende Irrelevanz (ivi) statt!
Seminarordner
Texte zur Bildung und Bildungspolitik. Diese Sammlung ist im Rahmen der Casinobesetzung entstanden und steht auch im Foyer des IG-Farben Hauptgebäudes zur Vervielfältigung und Erweiterung bereit.
WZ Brief Bildung 10 2009, Guelker, Knie, Simon
Rationalisierung I, Heinz Steinert
Rationalisierung II, Heinz Steinert
Prokla137 – Bildung und Ausbildung
Gesetzentwurf der Landesregierung für das HHG 4.9.2009
Demokratische oder autokratische Hochschule, Alex Demirovic
Stellungnahme des Mittelbaus hessischer Hochschulen zur geplanten Novellierung des HHG
Schiller als Pädagoge, Marian Heitger
PM: Die Uni gehört allen!
Bundesweite Demo am 30.01. in Frankfurt a.M.
Die Studierendenproteste an der Frankfurter Goethe-Uni gehen in die nächste Runde. Nachdem im letzten Jahr die Casino-Besetzung gewaltsam durch die Polizei geräumt wurde und im Anschluss mehrere Wochen Ausnahmezustand an der Uni herrschte, mobilisiert das Protest-Plenum nun zu einer bundesweiten Demonstration. Am 30.01.2010 wird unter dem Motto „Die Uni gehört allen! – Solidarisch für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben“ ab 14h ein Protestzug durch die Frankfurter City demonstrieren. Die Demo startet am Campus Bockenheim und wird auch am I.G.Farben-Campus vorbeiziehen. Die Studierenden veranstalten außerdem bis zum Semesterende jeden Freitag einen Workshoptag im Studierendenhaus.
„Wir betrachten die Ereignisse der letzten Monate in Frankfurt und anderswo nicht als das Werk einiger wild gewordener Präsidien, sondern als Ausdruck einer politischen Entwicklung, die sich derzeit im Bildungssystem und vielen anderen Bereichen der Gesellschaft vollzieht“, so Markus Niemeier, Pressesprecher des Protestplenums. „Der Bolognaprozess ist nicht nur zu kritisieren, weil der workload und der Leistungsdruck zu hoch sind. Er ist ebenso Ausdruck einer überall wachsenden Entdemokratisierung und einer zunehmenden Unterordnung aller Lebenbereiche unter Profitinteressen und Verwertungszwang.“ Die Frankfurter Stiftungsuni und ihr Präsident Müller-Esterl seien Vorreiter einer solchen Entwicklung. „Räumung, Aussperrungen und propagandistische Öffentlichkeitsarbeit sind Ausdruck einer undemokratischen Universität, in der Studierende entmündigt werden, während der Einfluss von Wirtschaftsinteressen institutionalisiert wird“, so der Sprecher weiter.
Die Studierenden sehen dabei ihren eigenen Konflikt im Kontext gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen. Überall seien Menschen von Ausschließung, Selektion, Konkurrenz und undemokratischen Verfahren betroffen und protestierten dagegen. Im Aufruf zur Demo heißt es daher u.a.: „Dabei verweisen all diese Proteste auf die Möglichkeit einer gemeinsamen Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Menschen zu richten, nicht nach Profitinteressen. Die Organisierung der Gesellschaft muss von den Menschen selbst bestimmt sein. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen.“ Die Demonstration richte sich daher nicht nur an Studierende, Lehrende und Schüler_innen, sondern ebenso an Lohnarbeiter_innen, Erwerbslose, Migrant_innen „und viele andere“, so Niemeier.
Magda Nussbaum, Pressesprecherin des Protest-Plenums, erklärte abschließend: „Neben unseren allgemeinen Inhalten haben wir jedoch keinesfalls vergessen, was letztes Jahr an der Frankfurter Uni passiert ist. Müller-Esterl soll endlich die Konsequenzen aus seiner autoritären und rechtslastigen Politik gegen kritische Studierende und Lehrende ziehen. Das er die Anzeigen immer noch nicht zurückgenommen hat, verdeutlicht einmal mehr, dass er bei seinem Hardlinerkurs auch nicht davor zurückschreckt, die letzten demokratischen Gremien der Universität zu missachten “ Der Senat der Goethe-Uni hatte den Präsidenten vor den Weihnachtsferien zur Rücknahme der Anzeigen aufgefordert. „Der Protest gegen das Präsidium wird auch im neuen Jahr weitergehen!“
Weitere Infos und den Aufruf finden Sie auf der Kampagnenseite www.unigehoertallen.tk, sowie weiterhin auf www.bildungsstreik-ffm.de (hier ist auch das Workshopprogramm einzusehen) . Wir sind außerdem ab sofort wieder unter 01522-59 73 945 zu erreichen.








