Brand bei Zeitarbeitsfirma

bekennerschreibenIn der Nacht zum Sonntag (31.01.10) brannte es im Gebäude der Zeitarbeitsfirma Randstad in der Stiftstraße. Bei dem Feuer entstand laut Polizei ein Schaden von etwa 15.000 Euro. Durch einen Briefkastenschlitz hatten Unbekannte Brandbeschleuniger ins Gebäude geschüttet und entzündet.
Polizeisprecher Alexander Löhr: „Gegenstände im Inneren entzündeten sich. Durch die Hitzeeinwirkung ging eine Schaufensterscheibe zu Bruch. Es kam zu Rußentwicklung im kompletten Innenraum.“ Da die Feuerwehr blitzschnell am Tatort eintrifft, entsteht „nur“ geringer Schaden.

In einer Erklärung eines Kommandos "nerone di roma", die an die BILD-Zeitung geschickt wurde erklärt die "Bewegung Morgenlicht", sie lehne Zeitarbeitsunternehmen prinzipiell ab: "Das Prinzip, 15 bis 20 Euro für einen Mitarbeiter zu bekommen und diesem sechs bis acht Euro dafür auszuzahlen, ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen schlechthin."

Weiter steht in dem Text: „Wir wollen damit gegen die Unkultur der Zeitarbeits-Unternehmen protestieren, die wir als moderne Sklavenhalter-Organisationen ansehen.“ Diese seien unmoralisch und sittenwidrig. Vom Gesetzgeber fordern die Unterzeichner „kurzfristig einen Mindestlohn von mindestens neun Euro (...), mittelfristig ein Totalverbot von Zeitarbeit“. Außerdem wird „zu weiteren Brandanschlägen auf Zeitarbeitsfirmen“ aufgerufen.

BILD veröffentlicht die Erklärung vollständig: http://www.bild.de/BILD/regional/frankfurt/aktuell/2010/02/01/bewegung-m...

Anfang November vergangenen Jahres hatte die "Bewegung Morgenlicht" Brandsätze gegen zwei Banken in der Innenstadt und in Bockenheim geworfen. Dabei war Sachschaden in Höhe von rund 110.000 Euro entstanden.
Anschließend waren bei mehreren Medien Bekennerschreiben eingegangen.
Wegen angedrohter Brandanschläge eines anonymen Anrufers waren Mitte Dezember zudem zwei Banken in Frankfurt vorsorglich geräumt worden. Das Landeskriminalamt und der Staatsschutz ermitteln. Eine heiße Spur gibt es nach Polizeiangaben noch nicht.

Vor einigen Tagen bekannte sich die Gruppe dazu, eine Bombenattrappe an die Wiesbadener Staatskanzlei geschickt zu haben. Hintergrund waren die Äußerungen des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) zu Hartz-IV-Empfängern. Sollte er Arbeitslose weiterhin diffamieren, werde eine echte Bombe im "Umfeld seiner Besitztümer" explodieren, drohte die Gruppe.

So informiert die BILD über die "Bewegung Morgenlicht":
"Das ist die Terrorgruppe
Die „Bewegung Morgenlicht“ ist eine militante Organisation, die seit Herbst 2009 aktiv ist: Am 2. November verübte die Gruppe 2 Brandbombenanschläge auf Dresdner und Deutsche Bank in der City. Im Januar schickte sie MP Koch eine Bomben-Attrappe, drohte damit, eine scharfe Granate „im Umfeld seiner Besitztümer“ zu zünden – wegen seiner umstrittenen Äußerungen zur Arbeitspflicht von Hartz-4-Empfängern. Noch weiß die Kripo nicht, wer hinter der Untergrundorganisation steckt. Das LKA hat bereits eine spezielle Arbeitsgruppe gebildet."

Erklärung der Bewegung Morgenlicht als .jpg (40.85 KB)