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Nachttanzdemo – unschön / Teil II schöner (aus Swing No.155)

Unter dem Motto “Deutschland den Schlaf rauben! Die Verhältnisse zum Tanzen bringen!” versammelten sich am Abend des 2. Oktobers etwa 1000 Menschen vor dem Frankfurter Südbahnhof zur Nachttanzdemo 2008. Bereits im Vorfeld gab es harte politische Auseinandersetzungen mit dem städtischen Ordnungsamt und der Polizei.

Aus diesem Grunde wurde die ursprünglich angemeldete Demo im Laufe des Freitags abgemeldet, lediglich eine Kundgebung vor dem Südbahnhof wurde angemeldet. Dort versammelten sich die Leute und liefen dann zum nahegelegenen Schweizer Platz, wo bereits einer der Lautsprecherwagen wartete. Von hier aus sollte es dann in einer unangemeldeten Demo über die zuvor ausgehandelte Route in die Innenstadt gehen. Exzellent organisiert, formierte sich der Zug schließlich mit 3 Wagen (ein Wagen wurde zuvor ohne Angabe von Gründen von der Polizei beschlagnahmt) und die Party begann.

In der Gutzkowstraße versperrte die Polizei dann nach wenigen Metern den Weg. Die Leute feierten ausgelassen weiter, jeder rechnete damit, dass sich nach kurzer Verhandlungszeit die Demo wieder in Bewegung setzen würde. Doch nach etwa einer Stunde kam die erste Durchsage von Seiten der Ordnungskräfte, dass die Versammlung nun aufgelöst sei, für alle Beteiligten wurde ein Platzverweis für die komplette Innenstadt ausgesprochen. Als Begründung wurde aufgeführt, dass Polizisten mit Flaschen beworfen worden seien und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden könne. Die meisten Menschen bekamen von der Durchsage (und angeblichen Flaschenwürfen) erstmal überhaupt nichts mit, die Stimmung war trotz des langen Stops ausgelassen und friedlich, mit einer möglichen Räumung rechneten wohl die wenigsten.

Die Polizei riegelte in der Zwischenzeit angrenzende Seitenstraßen ab und forderte noch zweimal dazu auf, den Platz “in alle Richtungen zu verlassen”, was faktisch unmöglich war. Schließlich kam auch vom Lauti die Durchsage dass wohl gleich geräumt werden würde, einige Leute bewegten sich deshalb vor den ersten Wagen, um diesen zu schützen. In diesem Moment begann dann die “Auflösung” der Versammlung, bei der die BFE-Einheiten mit extremer Brutalität in Form von massivem Pfefferspray-und Knüppeleinsatz auf die Leute losgingen. Dabei wurden die Scheiben des ersten Wagens eingeschlagen und die Technik beschädigt, ebenso wurden parkende Autos durch Polizisten beschädigt. Die Menge geriet in Panik, zahlreiche Verletze konnten nur notdürftig versorgt werden, da die Räumung vorangetrieben wurde.

Die Menge zerstreute sich danach in Sachsenhausen, es gab kleinere Umzüge Richtung Innenstadt, die z.T. von den Bullen blockiert wurden, ein Treffpunkt an der Hauptwache war belagert von Team green/blue und für einen Teil endete die Nacht am Uni-Campus in Bockenheim, wo die Cops sich dann auch zurück hielten.

Mindestens 11 Festnahmen gab es und vermeintliche Sachbeschädigungen, von denen wir aber außer einigen Baustellenabsperrungen und den obligatorischen brennenden Mülltonnen, nichts berichten können.

Nachttanzdemo teil II – schöner

2 Tage nach der Nachttanzdemo in Frankfurt, die am Donnerstagabend von der Polizei bereits nach 100 Metern brutal zusammengeprügelt und aufgelöst worden war, luden die Einsatzkräfte zum so genannten „Ball der Polizei“.

Zeitgleich kam es am frühen Samstagabend – als Reaktion auf die unverhältnismäßigen Polizeiübergriffe auf die Nachttanzdemo – zu einer spontanen Versammlung vor der Veranstaltung der Polizei.

Ziel war es, nach der von der Polizei ausgelösten Randale von Donnerstagabend, bei diesem erneuten Zusammentreffen mehrerer hundert Polizist/innen durch frühzeitiges Eingreifen einen erneuten Gewaltexzess zu verhindern. Passanten wurden mit Flugblättern über die polizeilichen Übergriffe auf die Nachttanzdemo informiert. Deutlich wurde, warum nach dem Gewaltexzess vom Donnerstag eine erneute Zusammenkunft der Frankfurter Polizei zwingend zu unterbinden sei.

Als den Teilnehmer/innen bis 20.00 Uhr immer noch keine Verantwortlichen für den so genannten „Ball der Polizei“ genannt waren, sahen sich die etwa 50 Teilnehmer/innen zum Einschreiten gezwungen und gingen in den Veranstaltungssaal.

„Nach Donnerstagabend mussten wir das Gewaltpotential unter den Besuchern dieser Veranstaltung als besonders hoch einschätzen“, so eine Demonstrantin.

Als die Demonstranten im Veranstaltungssaal erschienen und ihr Transparent „keine Freunde – keine Helfer! Gegen Polizeigewalt und Repression!“ zeigten, kam es zu Auseinandersetzungen. Die zum Teil stark alkoholisierten Besucher/innen des so genannten „Ball der Polizei“ versuchten die Demonstrant/innen zurückzudrängen, diese hatten die Lage aber schnell unter Kontrolle. Die Veranstalter des Balls forderten über die Lautsprechernalage dazu auf, den Anweisungen der Demonstrant/innen nicht Folge zu leisten, woraufhin von Seiten der Demonstrant/innen konsequente Platzverweise ausgesprochen wurden.

„Es war nur ein kleiner Teil von Gewaltbereiten, wovon etliche stark angetrunken waren“, sagte die Sprecherin der spontanen Demonstration. „Es gab bei diesem Ball einfach kein anderes Ziel, als Randale zu machen“, bewertete die Sprecherin die Veranstaltung weiter. Damit habe sich auch gezeigt, dass „es richtig gewesen ist, Auflagen zu machen.“

Ein Teil der Besucher war sofort aufgesprungen, als das Transparent zu sehen war. Ein Zeuge meinte zum Verhalten der Besucher des so genannten „Ball der Polizei“: „denen ging es nur um Randale“.

Um weitere Auseinandersetzungen zu unterbinden, zogen sich die Demonstrant/innen geordnet zurück, dabei kam es zu Sachbeschädigungen im Gebäude.

Die Sprecherin bedauert, „dass sich die Besucher ihre eigene Veranstaltung selber kaputt gemacht haben. Ich hoffe auf eine baldige Genesung der zahlreichen verletzten Demonstrationsteilnehmer/innen von Donnerstagabend“.



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