Zur Krise des Kapitals

Veranstaltungsort: 
Cafe Exzess

Zur Krise des Kapitals

Diskussionsveranstaltung der gruppe k-21 mit den „Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft“

Ganz anders, als es das derzeitige Gerede vom Ende der Krise weismachen will, steht den Lohnabhängigen im Zuge der Krisenbewältigung noch einiges bevor. Mit einem ausgeklügelten Instrumentarium ist es den Staaten zwar zunächst gelungen, das Schlimmste zu verhindern. Doch nicht nur hat dies zu einer astronomischen Staatsverschuldung geführt, die rigide Kürzungsrunden auf die Tagesordnung setzen wird. Wie besonders im Falle der Automobilindustrie deutlich wird, zementieren die Staatsinterventionen für gebeutelte Unternehmen sogar das Problem, indem sie die Überwindung der Krise durch Marktbereinigung hintertreiben. Die Frage, welche Unternehmen überleben werden, wird so zur zu einer nationalen Frage; und während allerorten der Protektionismus blüht, braut sich einmal mehr die Gefahr zusammen, dass die Lohnabhängigen dem internationalen Klassenkampf den Pakt mit dem eigenen Staat vorziehen. Eben diese Tendenz zum nationalen Etatismus wird zudem von der Linken mit der Forderung nach Verstaatlichung von Banken und Unternehmen, bis in ehemals autonome Kreise hinein, noch bestärkt.

„In den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die in den nächsten Jahren rauer werden dürften, wird sich ein sozialrevolutionärer Pol nur in Abgrenzung zu allen linkspopulistischen Krisendiagnosen und Forderungen bilden können (...) Diese Ideologiekritik kann durchaus praktisch werden: Die Eier, die den am Rednerpult fuchtelnden Oskar Lafontaine unlängst auf einer Krisendemonstration zu Frankfurt am Main trafen, waren ein bemerkenswerter Kontrast zu den Taktierereien einer Linken, die sich nur deshalb als außerparlamentarische bezeichnet, weil sie noch keinen Listenplatz bei der Linkspartei ergattern konnte.
Doch nur wenn es einem solchen sozialrevolutionären Pol zugleich gelingt, die gegenwärtige Überakkumulationskrise als Ausdruck einer fundamentalen Verkehrung transparent zu machen – einer Produktionsweise, in der die wirkliche Reichtumsproduktion der Verwertung von Wert untergeordnet ist – (...) kann die Misere überwunden werden, die darin besteht, dass die Entwicklung des Kapitals den Widerspruch zwischen Gebrauchswert und Wert immer greifbarer macht, während seine praktische Schlichtung durch die Lohnabhängigen als abseitiger Gedanke erscheint.“ (Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft, Thesen zur Krise)

Ausgehend von einigen Thesen zur Krise, die kürzlich in der zweiten Ausgabe der Zeitschrift Kosmoprolet veröffentlicht wurden (s. Www.klassenlos.tk), werden die Referenten der Frage nachgehen, was der Schlamassel für eine sozialrevolutionäre Linke bedeuten könnte

13.11./20:00 Uhr/Cafe Exzess (Leipziger Str. 91)

Veranstaltungsdatum: 
2009-11-13T19:00:00