ZAPATISTISCHE DÖRFER BEDROHT UND GERÄUMT
Seit fünf Wochen hat sich die Situation in den zapatistischen Gemeinden in Chiapas/Mexiko zunehmend verschärft. Eine Gemeinde wurde von Militärs, Polizei und Paramilitärs unter den Augen von Regierungsbeauftragten überfallen, die Häuser wurden verbrannt, Lebensmittel und Werkzeuge gestohlen und die BewohnerInnen, Kinder, Männer und Frauen, in Hubschraubern nach Palenque in Notunterkünfte gebracht.
Von einer anderen Gemeinde wurde behauptet, sie hätten willkürlich auf Bauern geschossen und sie verletzt. Tatsache ist aber, dass diese “Bauern” Mitglieder einer paramilitärischen Gruppe waren. Sie hatten 5 Bäume gefällt, was in dieser zapatistischen Gemeinde verboten ist – um den Urwald zu schützen. Als sie das Holz abtransportieren wollten, stellten sich ihnen Gemeindemitglieder entgegen und forderten sie auf, mit ins Dorf zu kommen und die Angelegenheit zu regeln. Das verweigerten die “Bauern” selbstverständlich.
Von den offiziellen und regierungsnahen Medien von Chiapas und Mexiko wurde die Sache verdreht, um eine Handhabe gegen das Dorf zu bekommen.
Ständig werden Menschen der zapatistischen Unterstützungsbasis, Mitglieder der Anderen Kampagne in Chiapas, RechtsanwältInnen und HelferInnen mit dem Tode bedroht, verletzt, entführt oder umgebracht.
Am 3.März erreichte uns eine Botschaft des Caracols La Garrucha, in dem die compas uns mitteilen, dass ihnen ein Angriffsplan in die Hände gefallen ist, der eine wiederbesetzte Finca namens Santo Domingo betrifft. Dort sollen die Menschen mit Waffengewalt vertrieben werden. Das Dorf und das Caracol haben angekündigt, sich das nicht gefallen zu lassen und sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen.
Das ist die aktuelle Situation.
Die Zapatistas stehen für eine konsequente basisdemokratische Politik der Autonomie und Selbstverwaltung, von der wir seit 1994 viel gelernt und viel Hoffnung geschöpft haben. Jetzt werden sie massiv angegriffen mit medialen und offen militärischen Mitteln.
Wir werden das nicht kommentarlos hinnehmen.
Am 13.März findet ein europäischer Aktionstag statt, an dem auch wir in Frankfurt/Main teilnehmen.
Wir treffen uns ab 11 Uhr am 13.März im Cafe Exzess und machen dort einen Infostand mit Kaffeeausschank. Von dort aus machen wir diverse Aktionen oder Aktiönchen, je nachdem, wieviele Menschen sich solidarisch zeigen.
WIR BITTEN ALLE, FÜR DIE DER KAMPF UM GERECHTIGKEIT, SELBSTBESTIMMUNG, FRIEDEN UND WÜRDE KEIN LEERES WORT IST
UND LEBEN IN SELBSTBESTIMMTEN STRUKTUREN ALS GESELLSCHAFTLICHES PROJEKT EINE KONKRETE UTOPIE AM SAMSTAG, DEM 13.MÄRZ, AB 11 UHR ZU UNS ZU KOMMEN UND MIT UNS GEMEINSAM AKTIV ZU WERDEN.
FÜR EIN LEBEN IN FRIEDEN, SELBSTBESTIMMUNG, GERECHTIGKEIT UND WÜRDE
SOLIDARITÄT MIT DEN ZAPATISTAS
DER KAMPF GEHT WEITER LA LUCHA SIGUE
Café Antisistema







