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Mahn- und Gedenktafel für ermordete Roma und Sinti am ehemaligen Stadtgesundheitsamt gestohlen (Swing 164)


erstellt von Förderverein Roma

Die am 27.1.2000 am ehemaligen Stadtgesundheitsamt, Braubachstraße 8-22, angebrachte Mahn- und Gedenktafel wurde nach Information des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels entwendet.

Über 10 Jahre bemühten sich die Roma-Union, der Förderverein und engagierte Einzelpersonen, die Tafel gegen den Widerstand der Stadtverwaltung, des Instituts für Stadtgeschichte sowie der SPD, CDU und FDP-Römerfraktionen durchzusetzen.
Während der NS-Zeit wurden über eine halbe Million Roma und Sinti ermordet. Nach der akribischen Erfassung durch „Rasseforscher“ in den 30er Jahren erfolgte die Inhaftierung, Deportation und schließlich die systematische Ermordung der Roma und Sinti.
Der Mediziner Robert Ritter und die Psychologin Eva Justin waren die beiden maßgeblichen Protagonisten dieser „rassenbiologischen Untersuchungen“. Sie arbeiteten nach 1945 in exponierten Positionen im Stadtgesundheitsamt bzw. dem Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt. Weder Justin noch Ritter wurden für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen. Die Tafel wies auf diesen Zusammenhang hin und benannte die Täter.

Nach dem Umzug des Stadtgesundheitsamtes 2009 wurde vertraglich zugesichert, dass der neue Eigner, der Börsenverein des deutschen Buchhandels, bei Abschluss der Renovierungsarbeiten die Tafel wieder an historischem Ort anbringt. Auch Kulturdezernent Semmelroth bestätigte dies anlässlich einer Anfrage im Römer.
Unmittelbar nach Entfernung der Tafel wandte sich der Förderverein Roma am 26.4.2010 an den Börsenverein, der sich bisher nicht gemeldet hatte und fragte nach dem Verbleib. In dem Gespräch versicherte ein Mitarbeiter des Börsenvereins, dass die Tafel per Auftrag von der Abrissfirma sichergestellt worden sei. Es wurde vereinbarte, dass sie für den Zeitraum der Bauarbeiten in der Geschäftsstelle des Förderverein Roma öffentlich ausgestellt wird. Am 6.5.2010 teilte der Börsenverein schließlich mit, dass die Tafel nicht von der Abrissfirma entfernt, sondern gestohlen worden sei und Anzeige erstattet werde. In jedem Fall würde die Tafel auf Kosten des Börsenvereins reproduziert und am Gebäude in der Braubachstraße wieder angebracht.

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