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Damit kommen sie nicht durch! Laufzeitverlängerung und Castortransport (Swing 165)

Nachdem Anfang September die lang erwartete Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke durch Schwarz-Gelb beschlossen wurde, zeichnet sich ein heißer Herbst auch in der Atom- und Energiepolitik ab. Nach dem Willen der Koalition und der Atomkonzerne, die sich im Vorfeld massiv in die Diskussion um die Laufzeitverlängerung eingebracht hatten, sollen die AKW teilweise noch Jahrzehnte am Netz bleiben und so den Energieriesen Milliardengewinne bringen.

Die Debatte um die Laufzeitverlängerung wurde auch nach den großen Anti-Atom-Demonstrationen im April (siehe Swing Nr. 164) mit vielen kleineren atomkritischen Aktionen begleitet. In Frankfurt machten es sich am 21. August fast 200 Menschen auf der Hauptwache auf Badehandtüchern und Liegestühlen bequem und erhoben die Forderung, "Endlich abzuschalten". Im Anschluss zog eine kleine Demonstration zum Eisernen Steg und wies auf die Großdemonstration in Berlin am 18. September hin. Auch in Darmstadt gab es eine kleine Demonstration am 11. September, die sich gegen den Weiterbetrieb des AKW Biblis richtete und ebenso für den 18. September nach Berlin mobilisieren sollte. Die geplante Umzingelung des Berliner Regierungsviertels stellt den vorläufigen Höhepunkt des Protests dar.

Mit der Laufzeitverlängerung versucht die Regierung, der Energiewirtschaft ihren extrem profitablen Bereich Atomstrom auf lange Sicht zu erhalten. Damit wird gleichzeitig der Ausbau regenerativer Energien verlangsamt. In breiten Kreisen wird aber eine Ablehnung des schwarz-gelben Kurses formuliert, die sich im Herbst in großen Demonstrationen zeigen wird.

Castortransport im November? Unsere Antwort: schottern!

Der eigentliche Höhepunkt des Anti-Atom-Protests in diesem Jahr wird aber der Widerstand gegen den Atommülltransport nach Gorleben sein. Voraussichtlich in der ersten oder zweiten Novemberwoche sollen aus dem französischen La Hague abgebrannte Brennstäbe in Castorbehältern ins Wendland gebracht werden. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der massivste Protest seit Jahren zu erwarten sein wird. Neben geplanten massenhaften Sitzblockaden haben verschiedene Gruppen aus dem linken Spektrum die Kampagne "Castor? Schottern!" ins Leben gerufen. Mit "schottern" ist eine Aktionsform benannt, die das massenhafte ab- und untergraben des Schotterbetts (der Steine im Gleisbett) der Zugstrecke nach Dannenberg bezeichnet. Durch diese Methode entstehen unter den Gleisen Hohlräume und die Schienen sind nicht mehr befahrbar.
Laut Vorbereitungskreis versteht sich die Aktion in der Tradition der Massenblockaden von Heiligendamm, Köln, Jena oder Dresden und des zivilen Ungehorsams. Bereits Mitte September haben viele Gruppen und Einzelpersonen die Aktion öffentlich unterstützt. Im Wendland wird es im November wieder Camps in Dannenberg, Hitzacker, Metzingen und wahrscheinlich einigen anderen Orten geben. Aber auch entlang der gesamten Transportstrecke sind Aktionen geplant.

Aktuelle Infos bekommt ihr hier:

* allgemein zum Castortransport unter: castor.de und contratom.de
* zur "Schottern-Kampagne":
castor2010.org

Im Rhein-Main Gebiet sind verschiedene Info-Veranstaltungen geplant:

* am 7. Oktober in der Kreativfabrik Wiesbaden (www.aku-wiesbaden.de)
* Ende Oktober im Café Exzess Frankfurt (Termin siehe: linksnavigator.de)
* für Darmstadt checkt: atomkraftendedarmstadt.blogsport.de

...denn Atomausstieg bleibt Handarbeit

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