Spontandemo anlässlich der Ermordung von Pavlos Fyssas

Datum und Zeit: 
20.09.2013 - 17:30
Veranstaltungsort: 
vor dem KOZ, Studierendenhaus, Campus Bockenheim

Antifaschist von "Chrysi Avgi"-Nazis in Griechenland ermordet:
Am Mittwoch, 18.9. wurde Pavlos Fyssas, ein antifaschistischer Hip-Hop
Künstler, von Neofaschisten der Goldenen Morgenröte im Piräus bei Athen
erstochen.

Die Polizei sah die Szene tatenlos mit an und griff erst ein, als die
meisten Faschisten den Schauplatz verließen.

DEMO Freitag, 20.9.
Treffpunkt 17.30 Uhr vor dem KOZ, Studierendenhaus, Campus Bockenheim

Bringt Transpis und Megaphone mit!

KEIN VERGEBEN! KEIN VERGESSEN!

http://blog.occupiedlondon.org/tag/pavlos-fyssas/
https://linksunten.indymedia.org/en/node/95471

Antifaschist Pavlos Fyssas am 17.9. von Nazis ermordet

In der Nacht zum Mittwoch den 18.9. wurde der Antifaschist und Rapper Pavlos Fyssas von Faschisten der Xrysi Avgi (Goldene Morgendämmerung)ermordet. Dieser erneute faschistische Mord reiht sich ein in seit Monaten andauernde Gewalttaten griechischer Neonazis und Rechtsextremer gegen Migrant_innen, Linke und sozial Abgehängte; Dabei werden alleine in diesem Jahr über 30 Übergriffe den Mitgliedern der faschistischen „Goldene Morgendämmerung“ angelastet.

Monatelang wurden die Nazi-Aktivitäten in Griechenland von Medien und Staat verharmlost und auch jetzt nach dem Mord an Pavlos mag Regierungschef Samaras lediglich zur Einheit aller demokratischen Kräfte gegen jeden Extremismus aufrufen. Damit werden ein weiteres Mal – wie aus Deutschland nur allzu gut bekannt – aber in besonders zynischer Weise Opfer und Täter_innen vermengt und antifaschistische Aktivitäten mit der menschenverachtenden Hetze und den mörderischen Taten der Neonazis und extremen Rechten gleichgesetzt.

Doch das Problem liegt tiefer und wurzelt mitten im griechischen Staat! Dies zeigt nicht zuletzt der Bericht der Mutter und der Begleiterin des ermordeten nur allzu deutlich. So haben 12 Polizisten der DIAS (Motorradpolizei), die in der Mordnacht zugegen waren und von der Begleiterin zur Hilfe gerufen wurden, jede Intervention verweigert. Dies stellt einen neuen Höhepunkt der Gleichgültigkeit, um nicht zu sagen Sympathie, von Teilen der griechischen Polizei gegenüber massiven Übergriffen neonazistischer Strukturen auf Andersdenkende und Migrant_innen dar. In diese traurige Bilanz reiht sich auch der Angriff auf die Demonstration des 18. Septembers ein, als 10.000ende auf die Straßen gingen, um den Mord an Pavlos anzuklagen. Dabei wurde die Demonstration massiv von der Polizei angegriffen, Menschen durch die Straßen gehetzt, massenhaft festgenommen und Polizist_innen schützten anwesende Neonazis, die ausdem Rücken der Polizei die Demonstration attackierten.

Mitglieder der Union der Krankenhausärzt_innen in Athen und Piräus kritisierten die Polizei sodann gestern in einer Mitteilung für die massiven Übergriffe, wobei 31 Demonstrant_innen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Eine Person musste am Auge notoperiert werden, nachdem sie gezielt mit einer Tränengasgranate beschossen wurde – ihr droht der Verlust der Sehkraft. Aktuell sind in Athen fürs Wochenendeweitere Demonstrationen angekündigt und die Hafenarbeiter_innen von Piräus wollen eine für Samstag von der „Goldene Morgendämmerung“ angekündete Essensausgabe blockieren.

Um unserer Wut und unserer Trauer über diese Taten und den Mord an Pavlos sowie die Solidarität mit allen antifaschistischen Aktivist_innen zum Ausdruck zu bringen, demonstrieren wir heute hier in Frankfurt

Solidarität ist unsere Waffe!