(provisorisch)Sozialnetzwerk Rhein-Main gestartet
Mehrere Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet haben das Sozialnetzwerk Rhein-Main gestartet. Die Gruppen aus Hanau, Offenbach, Frankfurt, Hattersheim und Wiesbaden verbindet die beratende Tätigkeit mit dem Ziel der Organisierung und das politische Ziel, die Verhältnisse grundlegend zu verändern. Nach zwei Workshops zu Hartz IV und Beratung bei Zusammen e.V. in Frankfurt-Rödelheim hatten sich die Gruppen getroffen, um sich und ihre Erfahrungen auszutauschen.
Beratung gegen Schikane und Rechtsbruch
Der alltägliche Kampf mit den Behörden und Gesetzen zwingt uns dazu, uns sehr genau mit der Sozialgesetzgebung auseinanderzusetzen, um Erfolge bei der Beratung und Begleitung zu erzielen. Denn klar ist, dass Erfolge für alle Betroffenen wichtig sind, um aus der Defensiv-Haltung herauszukommen und der Schikane des Amts Widerstand und Solidarität entgegensetzen zu können. Außerdem ist jeder Erfolg gegen den Rechtsbruch der Behörden ein Erfolg für alle Lohnabhängigen. Würde sich niemand wehren, wäre die Situation noch schlimmer als jetzt.
Widerstand organisieren
Über die Beratung hinaus ist das Ziel der meisten Gruppen die Organisierung von Protest und Widerstand, um eine laute Stimme gegen Entrechtung und Ausbeutung sein zu können. Die kontinuierliche Organisierung ist eine Herausforderung für alle Gruppen. Es ist möglich, sich gegenüber dem Amt zu wehren, aber es ist nicht so einfach, viele Menschen zusammenzubringen, um sich gemeinsam zu wehren. Das Netzwerk soll den Gruppen deshalb dazu dienen, sich auszutauschen, weiterzuhelfen und sich gegenseitig zu unterstützen. Dazu sind gemeinsame Aktionen, Veranstaltungen und Workshops geplant.
Gegen die Angriffe auf alle Lohnabhängigen
Jede Gruppe hat verschiedene Schwerpunkte. Während die einen mit Kampagnen zu Ein-Euro-Jobs und anderen kriminellen Machenschaften der Behörden die Öffentlichkeit aufmischen, sind die anderen im Niedriglohnsektor aktiv und versuchen die Arbeiter über ihre Rechte aufzuklären und zu organisieren. Andere setzen ein bestimmtes Jobcenter unter Dauerdruck, wieder andere sind im Stadtteil verankert, um eine Anlaufstelle für viele Menschen zu sein. Alle Gruppen sind regelmäßig vor und in den Jobcentern aktiv, viele sind von Amtsleitern und Sachbearbeitern schon gefürchtet. Die Tätigkeiten sind oft mit Niedriglohn, mit Aufenthaltsproblemen oder mit den psychologischen Folgen von Erwerbslosigkeit verbunden. Das Thema des Netzwerks ist deshalb nicht nur Hartz IV oder Erwerbslosigkeit, sondern alle Angriffe auf die Lohnabhängigen.
Gemeinsam stärken und Zähne zeigen
Diese Grundlage des Netzwerks - Beratung und Aktion mit dem Ziel der Organisierung - bringt viele gemeinsame Erfahrungen mit sich. Um sich auch inhaltlich weiter auszutauschen und zu befruchten, sind Veranstaltungen bzw. Workshops geplant. Einheitliche Forderungen stellt das Netzwerk vorerst nicht auf, will sich aber durch gemeinsame inhaltliche Arbeit annähern.
Da die Kräfte in den einzelnen Städten momentan recht schwach sind, soll durch gegenseitige Besuche der Aktionen und Gruppentreffen Unterstützung geleistet werden und jede Gruppe ihr spezifisches Wissen den anderen zur Verfügung stellen. Wenn wir dem Jobcenter, dem Niedriglohn und den dahinterstehenden politischen Kräften die Zähne zeigen wollen, müssen wir uns vernetzen, gegenseitig stärken und Kurs halten für die Interessen und Rechte aller Lohnabhängigen. Volle Kraft voraus.
Kommunikation und Kontakt
Als Kommunikationsplattform steht vorerst eine Unterseite des linksnavigator.de zur Verfügung. Dort sollen sich die Gruppen vorstellen, Termine bekannt gemacht werden und inhaltliche Debatten abgebildet werden. Über die Email-Adresse HYPERLINK "mailto:sozialnetzwerk@linksnavigator.de" sozialnetzwerk@linksnavigator.de kann man Kontakt zum Netzwerk aufnehmen.
Der nächste Schritt zum inhaltlichen Austausch wird ein eintägiger Workshop zu der Forderung nach 500,- Euro Eckregelsatz und 10,- Euro Mindestlohn sein (Rainer Roth als Referent angefragt).
Gruppen:
Hanau:
Basta-Cafe Hanau
Erwerbslosenkreis Hanau
Offenbach:
SGB II-Dialog Offenbach
Frankfurt:
LAGG-Beratung in Eschersheim
Lucky Losers Höchst
Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Niedriglöhne
Sommerakademie Frankfurt
Zusammen e.V./Stadtteilprojekt Rödelheim
Hattersheim:
Hartz IV-Cafe Hattersheim
Wiesbaden:
Initiative für Soziale Gerechtigkeit
Darmstadt:
GALIDA
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Hartz IV hat auch den Erwerbslosenkreis Hanau heftig bewegt. Vor dem Kommunalen Center für Arbeit (KCA, ehemals AQA) in der Eugen-Kaiser-Straße in Hanau wollte der Erwerbslosenkreis Hartz-IV-Empfänger über seine Rechte informieren.






