5.4. - 10.4. Aktuell zum Einmarsch in Afrin: Zwei neue Filme: „Reseba – The Dark Wind“ und „Das Milan Protokoll“ 

Apr
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05. Apr. - 18:30 - Apr/10 20:30
FilmForum Höchst, Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Ffm
im FilmForum Höchst. Peter Ott wird am 5. April zur Diskussion seines Films im Filmforum zu Gast sein.
05.04.2018 - 18:30
FilmForum Höchst, Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Ffm

Im Juli und August 2014 starteten die islamistischen Terroristen des IS ihre Angriffe auf die JesidIinnen in der Sindschar – Region im kurdischen Nordirak. Tausende Menschen mussten fliehen oder wurden ermordet, junge Jesidinnen wurden vergewaltigt und als Sklavinnen verkauft, eine UN-Kommission sprach von einem Völkermord an den JesidInnen. 2015 konnte das Gebiet um Sindschar von kurdischen KämpferInnen und jesidischen Bürgerwehren befreit werden, doch bis heute fehlt immer noch die Spur von ca. 3000 Frauen.

Das Thema ist gerade wieder sehr aktuell, da die vom türkischen Militär eroberte syrische Region Afrin – seit 2012 unter kurdischer Verwaltung - eine der wenigen verbliebenen friedlichen Gegenden in Syrien war und Hunderttausenden von Verfolgten Zuflucht bot. Nun sind ca. 250 000 Menschen auf der Flucht, darunter die meisten KurdIinnen, aber auch ca. 15000 JesidIinnen und Angehörige weiterer Minderheiten.

In seinem Film Reseba – The Dark Winderzählt der kurdisch – irakische Regisseur Hussein Hassan die Geschichte der jungen Jesidin Pero, die vom IS verschleppt und vergewaltigt und erst nach Monaten befreit wird, sich aber nicht von ihrem Trauma befreien kann. Es ist der erste Film über das Massaker an den JesidInnen, er erhielt weltweit Festivalpreise und wurde vom Irak als Kandidat für die Oscar’s nominiert. Der Film läuft im Filmforum zum Bundesstart.

Im irakisch-kurdischen Grenzgebiet spielt auch der Film Das Milan Protokoll von Peter Ott. Er erzählt von einer jungen deutschen, im irakisch-kurdischen Grenzgebiet arbeitenden Ärztin, die von einer sunnitischen Gruppe in die vom IS beherrschte Region verschleppt wird. Im Lauf der Geschichte werden die widerstreitenden Interessen der verschiedenen Akteure einschließlich des BND thematisiert… „Zu zeigen, wie unentrinnbar komplex diese Kämpfe sind – darin liegt die Stärke dieses exzellenten Agentenfilms“ (Die ZEIT), der als Frankfurter Erstaufführung zu sehen ist.

Peter Ott wird am 5. April zur Diskussion seines Films im Filmforum zu Gast sein.

Reseba – The Dark Wind 

Hussein Hassan, Irak/D/Katar 2016, 89 min., OmU

5. – 10.4.: Do, So, Di 18.30 / Fr, Sa, Mo 20.30

Reko (33) und Pero (23) sind ein junges jesidisches Liebespaar. Kurz nach ihrer Verlobungsfeier am heiligen Ort Lalesh, greifen Anhänger des Islamischen Staats (IS) ihr Dorf in der kurdischen Sindschar - Region an. Einige der Dorfbewohner können sich in die Berge flüchten, andere schaffen es nicht rechtzeitig zu fliehen. Die IS-Kämpfer trennen die Männer von den Frauen und Kindern und verkaufen die jungen jesidischen Frauen auf dem Sklavenmarkt, darunter auch Pero. Während Reko’s und Pero’s Familie Unterschlupf in einem Flüchtlingsla­ger finden, sucht Reko verzweifelt nach Pero. Seine Suche führt ihn bis nach Syrien, wo er seine Verlobte mit Hilfe kurdischer Kämpferinnen finden kann. Die junge Frau und ihre Familie werden in einem Flüchtlingslager im irakischen Kurdistan wieder vereint. Doch Pero’s Trauma sitzt tief und sie wird von dem Erlebten verfolgt… 

Das Milan Protokoll

Peter Ott, D 2017, 114 min., OmU

5. – 10.4.: Do, So, Di 20.30 / Fr, Sa, Mo 18.30

Zu Gast am Do, 5.4. um 20.30 Uhr: Peter Ott

Die deutsche Ärztin Martina arbeitet in der kurdischen Region im Irak an der Grenze zum Islamischen Staat. Sie hat Kontakte zu der YPG, den mit der PKK verbundenen kurdischen Einheiten in Syrien und fährt regelmäßig über die Grenze, um Kämpfer und Kämpferinnen zu behandeln. Bei einer dieser Grenzfahrten wird Martina von einer sunnitischen Gruppe gekidnappt, weil sie dabei einen Waffentransport des Milan-Abwehrsystems vermuten. Die Gruppe, die dem IS zwar verbunden ist, verfolgt aber eigene Interessen mit der deutschen Geisel und verschweigt dem IS die wertvolle Gefangene. Auch der BND schaltet sich ein und die Verwicklungen werden immer undurchsichtiger. Hat Martina etwas mit dem Waffentransport zu tun? Auf welcher Seite steht sie? Wem kann sie vertrauen? Der Film entfaltet ein dichtes Handlungsgeflecht aus den sich widerstrebenden politischen Interessen der verschiedenen Gruppierungen und Akteure.

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Veranstalter/in: 
FilmForum Höchst

Verweise