Der NSU-Komplex und dessen (Nicht-)Aufarbeitung in Hessen.

Apr
19
19. Apr. - 19:00
Türkisches Volkshaus Frankfurt e. V., Werrastraße 29, 60486 Bockenheim
19.04.2018 - 19:00
Türkisches Volkshaus Frankfurt e. V., Werrastraße 29, 60486 Bockenheim

Der NSU-Komplex in Hessen hat all zu viele Facetten, die bis heute unzählige Fragen aufwerfen: 

Am 6. April 2006 wird Halit Yozgat in seinem Internetcafe vom NSU ermordet. Es ist der letzte rassistische Mord der Serie. Warum ausgerechnet Halit Yozgat? 

Am Tatort: der damalige Verfassungsschützer Andreas Temme. Dieser gerät zunächst unter Mordvordacht. Was hat Temme am Tatort getan? Was verschweigt er?

In Kassel existiert Anfang der 2000er Jahre ein "deutsches Combat 18", ein rechts-terroristisches Netzwerk. Welche Rolle spielten hessische Neo-Nazis bei der Unterstützung des NSU? 

2014 wird in Hessen ein parlamentarischer Untersuchungs-ausschuss (UA) eingesetzt. Dieser steht kurz vor seinem Abschlussbericht. Was hat der UA zur Tage gefördert? Welche Fragen blieben offen oder wurden gar nicht erst gestellt? 

In Kassel organisiert die Familie Yozgat kurz nach dem Mord eine Demonstration unter dem Motto "Kein 10. Opfer". Mit dabei: Die Familien von Enver Şimşek und Mehmet Kubaşık. Insgesamt kommen mehrere tausend Menschen und finden doch kein Gehör. 
Was lässt sich ausgehend davon über migrantisches Wissen, Rassismus und die Rolle von Solidarität sagen? 

Die Familie Yozgat fordert bis heute die Umbenennung der Holländischen Straße in Halitstraße in Gedenken an ihren Sohn und zur Mahnung: "Halitstraße oder ich will meinen Sohn zurück". Wie können wir diese und weitere Forderungen der Betroffenen unterstützen? 

Die Stadt Kassel hat sich vor wenigen Tagen "aus Sicherheitsgründen" nicht an der Gedenkveranstaltung für Halit Yozgat beteiligt. Was für Signale gehen davon aus und wie wird dies vor Ort verhandelt? 

Es gibt scharfe Kritik dazu. Nicht nur von Seiten der Initiative 6. April, welche die Veranstaltung trotzdem organisierte und gemeinsam mit über 300 Menschen an Halit Yozgat sowie weitere Opfer von rechter und rassistische Gewalt erinnerte. Wie war der Tag und wie geht es weiter?

Am Donnerstag, den 19. April sprechen wir um 19:00h im Türkisches Volkshaus Frankfurt e. V. mit Ayşe Güleç von der Initiative 6. April und NSU-Watch Hessen über den NSU-Komplex, seine (Nicht-)Aufarbeitung in Hessen und versuchen gemeinsam Perspektiven darauf zu entwickeln, wie in Hessen ein Schlussstrich verhindert und das Ringen um Aufklärung und Aufarbeitung weiter geführt werden kann.

Ihr seid herzlich eingeladen!

Veranstalter/in: 
Kein Schlussstrich