Verhaftung in Granada. Oder Treibt die Türkei in die Diktatur? Wenn die türkische Gewalt bis nach Granada reicht.

Mär
07
07. Mär. - 19:30
Studierendenhaus, Mertonstraße 26, Frankfurt
Lesung Dogan Akhanli
07.03.2018 - 19:30
Studierendenhaus, Mertonstraße 26, Frankfurt

Im Morgengrauen des 19. August 2017: Spanische Polizisten holen Dogan Akhanli aus dem Bett seines Hotelzimmers in Granada. Er wird auf die Wache gebracht, und die Tür seiner Zelle schließt sich hinter ihm – wieder einmal:
    Wie in einem Zeittunnel durchlebt er erneut die Monate im Gefängnis von Istanbul, wo er ab August 2010 in Haft saß. Der absurde Vorwurf, er sei an einem Raubüberfall beteiligt gewesen, hatte vor Gericht keinen Bestand.
    Akhanli konnte nach Köln zurückkehren. Der Freispruch wurde allerdings wieder aufgehoben und Akhanli seitdem mit einem über Interpol verbreiteten Haftbefehl gesucht. Er darf Spanien nicht verlassen, bis über seine eventuelle Auslieferung an die Türkei entschieden ist.
    Er beschließt, ein Buch zu schreiben: über die Geschichte seiner Verfolgung, über sein Herkunftsland, die Türkei, die von Erdogan in Richtung Faschismus  getrieben wird, über das Land, in das er geflohen ist – Deutschland –, über  Spanien und dessen diktatorische Geschichte und über Schicksalsgenossen wie den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel, der seit Anfang 2017 in der Türkei inhaftiert ist.
    Wir hatten im letzten Jahr eine kleine, aber feine Lesung türkischer Autoren. Leider konnte Dogan Akhanli aufgrund seiner Festnahme in Spanien nicht selbst anwesend sein und die Texte wurden von einem Schauspieler vorgetragen. Wir nehmen die Neuerscheinung des Buches zum Anlass, Dogan Akhanli nun persönlich lesen zu lassen.

    Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen

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Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen